In einem meiner ersten Beiträge habe ich versprochen, mal etwas mehr über kirche.plus zu erzählen. Los geht´s!
Kirche.plus ist eigentlich ein Erprobungsraum unserer Landeskirche. Dafür haben sich 5 Gemeinden zusammengetan, um in den nächsten 3-5 Jahren auszuprobieren, ob und wie Kirche, Gemeinde und Glauben digital funktioniert. Ein wesentlicher Hintergedanke dabei ist, Menschen anzusprechen, die in Kirche eher weniger auftauchen. Also junge Erwachsene und das „Mittelalter“.
Kreativer Kopf und Gesicht von Kirche.plus ist Wolfgang Loest. Er selbst würde sich als Nerd im Talar bezeichnen und hat manchmal wirklich krude Ideen. Oft dauert es lange, bis seine Ideen Realität werden – aber wenn es dann soweit ist, gehen seine Projekte durch die Decke.
So ist das auch mit Kirche.plus. Ich glaube, er hat wirklich schon Jahre davon geträumt, Technik und Kirche zusammenzubringen und Gemeindeleben auch online auszuprobieren. Im März 2020 sind wir dann offiziell mit dem Erprobungsraum gestartet. Und eigentlich sind wir gerade erst in der Konzeptionsphase. Das heißt: Wir entwickeln gerade Ideen und Formate, die wir in Kirche.plus ausprobieren wollen. Dass wir Gottesdienste live streamen, war schon ziemlich früh klar. Dass wir was mit Jugendlichen und Konfirmanden machen wollen auch. Erste konkrete Aktionen waren für den Frühsommer geplant. – Und dann kam Corona.

Innerhalb von 3 Tagen hat Wolfgang mit einem klein Team den ersten Gottesdienst ins Netz gebracht. Und seit dem sind wir live. Jeden Sonntag um 11 Uhr. Ganz ehrlich – wieviel für einen Live-Gottesdienst an Vorbereitung, Proben und Arbeit im Hintergrund nötig ist, hätte ich im Leben nicht gedacht! Denn: eine Kamera verzeiht nichts. Sie sieht jedes vergessene Verlängerungskabel, jede welke Blume und jede „Krusch-Ecke“ – und davon haben Kirchen eine ganze Menge. Außerdem schluckt die Kamera 30% alle Bewegungen und Emotionen. Das heißt: Meine Mimik und Gestik, die ich normalerweise Sonntagsmorgens so an den Tag lege, reicht fürs Internet einfach nicht aus. Wenn ich im Stream lebendig und fröhlich rüberkommen will, muss ich mich vor der Kamera wie ein Eichhörnchen auf Speed fühlen.
Aber: kirche.plus macht sich. Denn wir lernen von Woche zu Woche dazu. Vor der Kamera genauso, wie die Techniker dahinter. Und es macht total Spaß. Sich auszuprobieren. Zu überlegen, wie was gehen kann. Neues zu versuchen und Dinge, die nicht so gut klappen, auch einfach wieder sein zu lassen. Denn darin ist Gemeinde und Kirche sonst eher schlecht.
Ich selbst stehe natürlich nicht jeden Sonntag vor der Kamera – Gott sei Dank! Und trotzdem gibt es jede Menge zu tun. Z.B. den Kollegen Feedback zu Predigten geben, die Mund-Nase-Masken der Techniker waschen, Kabel verlegen und kleben, Videokonferenzen mit den anderen Pfarrern, Musiker zur Probe in die Kirche lassen, und und und.


Morgen (26.April 2020) gibt es übrigens etwas Besonderes auf kirche.plus. Etwas, das wir so vermutlich nicht nochmal machen werden! Wir streamen bei Einbruch der Dunkelheit live vom Autokino am Schieder Stausee. Nein, natürlich nicht den Kinofilm 😉 Aber einen kurzen Implus mit Livemusik zur Einstimmung auf den Film. Kirche.plus.popcorn – solltest du auf keinen Fall verpassen!
Es ist so toll, was ihr alles schon auf die Beine gestellt habt!! Am Sonntagabend bin ich live – im Auto – dabei! Ich freu‘ mich drauf! Danke für allen Einsatz!
LikeGefällt 1 Person