Tag 5 – Von Hasselfelde nach Treseburg (17 km)

Pfingsten in Hasselfelde

Heute ist Pfingsten! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal an Pfingsten NICHT in der Kirche war. Aber dieses Jahr ist eben alles anders. Als wir in Hasselfelde starten kommen wir an einer Kirche vorbei. Die Tür steht offen! Ob ich kurz rein gehen soll? Neee, heute wirklich nicht. Ich will laufen! Und ich hab richtig Lust darauf. Trotz der letzten beiden Tage.

Wildnis-Trail

Also traben Theo und ich los. Durch den Kurpark in Hasselfelde, wo wir einen älteren Herrn mit Hund treffen. Dann geht´s auf einen schmalen Pfad, der fast an einen Wildnis-Trail erinnert, so zugewuchert ist er. Nach einer kurzen Kletterpartie über umgekippte Bäume kommen wir an einem kleine See raus. Und wer sitzt da auf einer Bank – der ältere Herr von gerade. Es muss also noch einen wesentlich leichteren und schnelleren Weg hierher geben. Wir sind einen Umweg gegangen. Aber davon lassen wir uns nicht die Laune verderben – heute nicht!

Wir folgen einem alten Köhlerweg Richtung Köhlereimuseum. Es ist schon weit nach 10 Uhr, fühlt sich aber wie 8 Uhr morgens an. Denn weit und breit ist kaum jemand unterwegs. Theo und ich könnten jetzt an vielen Schautafeln anhalten und uns in die Tiefen der Köhlerei einlesen – aber dazu haben wir nicht wirklich Lust. Also lassen wir uns treiben, vorbei an Feldern. Durch Laubwälder und über Wiesen.

Mittlerweile ist es kurz nach Mittag und wir sind am Köhlereimuseum angekommen. Heute morgen hatte ich gedacht, hier würden wir Pause machen. Vielleicht in dem Imbiss einkehren und ein wenig die Zeit vertrödeln. Aufgrund es Feirertags ist es hier natürlich richtig voll. Nichts für Theo und mich. Also holen wir uns nur schnell den Stempel für unser Heft ab und sehen zu, dass wir weiter kommen.

Ein Stückchen später überholt uns ein Päärchen mit 3 Dackeln. Schnell kommen wir ins Gespräch. Theo ist auch sehr interessiert an dem Dackelherrchen. Doch als er sich eine paar Streicheleinheiten abholen will, wird die Dackeldame einversüchtig. Das ist ihr Herrchen und da hat Theo nichts verloren, macht sie ihm durch ihr keifendes Bellen deutlich. Theo hat die Nase voll und verkriecht sich hinter meinen Beinen. Wir warten noch ein bißchen bis die anderen Dackel genügend Vorsprung haben, bevor wir weitergehen.

Obwohl es ein wenig bergauf geht, bin ich doch mehr als erstaunt, als wir an der nächsten Schutzhütte ankommen. Denn vor uns liegt eine Wahnsinns-Aussicht auf Altenbrack. Dass wir sooo hoch oben sind, hätte ich nicht gedacht. Ich setze kurz den Rucksack ab, um ein Foto von der Aussicht zu machen, was Theo dazu veranlasst jetzt Pause zu machen. Er kriecht sogar unter die Bank und macht es sich bequem. „Nee, Frauchen. Wir machen jetzt erstmal Rast!“ Auf seinen Dackel sollte man hören – und so blieben wir ein bißchen dort sitzten und genießen die Aussicht.

Abstieg nach Altenbrack

Das ist auch gut so. Denn der nächste Wegabschnitt entpuppt sich als ziemlich steiler Abstieg. Fast schon wie in den Alpen geht es auf schmalen Pfaden den Wald hinunter. Prustend und schwitzend kommen mir andere Wanderer entgegen. „Gut, dass ich auf dieser Seite nicht rauf musste!“, schießt es mir durch den Kopf. Der Abstieg endet an einem Forellenteich, der zugleich einen Art Nahrerholungsgebiet ist und am Pfingstsonntag natürlich mehr als gut besucht.

Der Weg führt uns jetzt an der Bode entlang. Schön unter Laubbäumen, direkt am Wasser ist auch eine Bank für uns frei. Hier bleiben wir für die Mittagsrast. Lecker Brötchen, Obst und Schoki für mich, Kauknochen für Theo. Wir lassen es uns gut gehen. Seit an paar Tagen tränen mir immer mal wieder hefitg die Augen und meine Nase läuft. Bisher hab ich mir nichts dabei gedacht, doch hier so unter dem Blätterdach frage ich mich, ob ich vielleicht Heuschnupfen habe? Hatte ich bisher nicht. Höchstens mal ein paar ganze kleine Anzeichen, wenn die Pollendichte so richtig, richtig schlimm war. Ich werde das mal beobachten….

Langsam schlendern Theo und ich weiter. Erst noch eine kleine Anhöhe hinauf und dann über sonnige Wiesen. Richtig schön ist das hier. Ab und zu sieht man mal andere Wanderer oder Spaziergänger, aber sonst ist es einfach nur ruhig. Wir sind jetzt ein gutes Stück oberhalb der Bode, die uns bis zum Schluss der Wanderung begleiten wird. Durch den Wald geht es immer weiter, an schoffen Felsen vorbei. Hier um eine Kurve, dort durch eine kleine Senke – aber herrlich im Schatten.

Plötzlich stehe ich vor einem Häuschen mit Erkern und Türmchen und dem Schild „Bodeblick“. Das ist unsere Unterkunft für heute. Das ging echt schnell. Es ist erst 15 Uhr – sind wir denn schon 17 Kilometer gelaufen? Scheint so. Theo und ich bekommen ein kleines süßes Zimmer unterm Dach. Mit „Prinzessinnen-Bett“. Hier werden wir sicher gut schlafen.

Am Abend schlendern wir noch ein bißchen an der Bode lang. Hier in Treseburg gibt es eine Furt durch die Bode. Theo traut sich zwar mit den Pfoten ins Wasser, aber so richtig rein oder gar durch die Furt will er dann doch nicht. Er kann auch nicht schwimmen 😉

Morgen geht es auf unsere letzte Etappe. Irgendwie schade. Jetzt, wo das Wandern wieder Spaß macht! Und dann sind es auch „nur“ 11 Kilometer – das ist ja dann auch mehr nen Spaziergang als ne Wanderung…. Aber ich freu mich drauf. Denn gerade die letzte Etappe durchs Bodetal soll besonders schön sein.

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