Nach meinem Block-Eintrag im Sommer 2020 über unseren Frankreich-Urlaub, haben einige schon gewitzelt: Ach, ihr fahrt doch eh wieder nach Frankreich. Warte mal ab!
Was soll ich sagen: Wir waren wirklich nicht in Frankreich. Nachdem wir nun drei Jahre in Floge die Bretagne bzw. die Normandie erkundet haben, ging es dieses Mal tatsächlich woanders hin. Nur wussten wir zunächst gar nicht so genau, wohin wir eigentlich wollten. Ich meine, die Bertagne ist ein Traum und wer weiß, ob es in einem anderen Land in einem anderen Urlaub auch schön werden würde…
Ich weiß nicht so genau, wie ihr euch Urlaubsorte aussucht. Bei uns ist es meistens der Zufall, der uns in dieses oder jenes Land führt. Und so war es auch letztes Jahr. Einige Leute aus meiner Gemeinde schwärmten mir unabhängig voneinander von Dänemark vor. Wie schön es dort sei. Gerade mit Hunden ein wahres Paradies! Und da mein Mann immer schon mal gerne Skandinavien bereisen wollte und Dänemark zumindest dem schon sehr nahe kommt, versuchten wir es mit Dänemark.
Schnell war auf Airbnb ein nettes kleines Ferienhaus in der Nähe von Vejle, direkt am Fjord gefunden und gebucht. 14 Tage viel Ruhe, Natur und Nichtstun – so hatten wir uns das vorgestellt. Doch bevor wir überhaupt loskonnten, bibberten wir – wie viele andere in dem Sommer auch – um die Corona-Einreisebestimmungen. Würden wir fahren können? Brauchen wir einen PCR-Test für die Einreise odre reicht ein offizieller Antigentest für den Grenzübertritt? Und wie wird das vor Ort gehandhabt? Regelmäßige Testnachweise oder gar Quarantäne? Letzten Endes war es total entspannt. So wie die Dänen halt sind. Für die Einreise hatten wir einen negativen Antigentest in der Tasche, den aber niemand sehen wollte. Vor Ort hätten wir nur nochmal einen Test gebraucht, wenn wir Museen hätten besuchen wollen. Wollten wir mit Dackel eh nicht – also alles kein Probelm. Das Ferienhäuschen war genauso malersich und idyllisch wie auf den Fotos beschrieben. Ein wenig abgelegen, so wie wir es wollten. Und ein herrlicher Blick von Garten auf das ca. 200 Meter entfernte Wasser des Fjords. Was will man mehr…

Ich kann es euch sagen: Halbwegs vernünfitges Wetter! Denn die meiste Zeit unseres Urlaubs war das Wetter eher bescheiden. Und damit meine ich nicht, dass ein Sommerurlaub für mich 30 Grad und strahelenden Sonnenschein braucht. Aber trocken wäre schon schön. Einmal sind wir bei einem Sparziergang in einem Naturschutzgebiet so nass geworden, dass wir anschließd den den Kamin im Ferienhaus anfeuerten.
Na gut, um ehrlich zu sein: Es gab auch einige Tage ohne Regen. Aber es war trotzdem ziemlich kalt. An Frühtück auf der Terasse oder gar einen Nachmittag auf der Gartenliege war kaum zu denken. Aber wir haben das Beste draus gemacht. Na ja, wir haben es zumindest versucht. Wir waren viel unterwegs, haben uns die umliegenden Städte angesehen, den „Gründungsstein“ Dänemarks besichtigt und mehrfach das kleine, nahegelegene Naturschutzgebiet für einen ausgiebigen Spaziergang besucht. Und manchmal kam sogar die Sonne raus und wir konnten im Meer schwimmen. D.h. eigentlich ist nur mein Mann wirklich geschwommen. Aber ich war zumindest bis zu den Knien im Meer.

An was denkt ihr eigentlich, wenn ihr Dänemark hört? Ich hatte mir immer ewig lange Sandstrände und Ferienhäuser in den Dünen vorgestellt. Die gibt es da auch – allerdings an der Nordsee. Wir waren an der Ostsee. Und da gab es eher Steine statt Sand und Wiesen statt Dünen. Für das echte „Dänemark-Feeling“ sind wir dann einen Tag extra rüber an die Westküste, also an die Nordsee-Seite gefahren. Für Dänen muss da wohl eine halbe Weltreise sein – hab ich zumindest in meinem Reiseführer gelesen. Aber für uns war es ein toller Tagesausflug. Endlich mal „richtiger“ Strand. Steife Briese und für den Hund unendliche Weiten zum Rennen und Angst vor den Wellen haben. Alles in allem war der Urlaub ganz nett. Eine schöne Ausszeit. Ob wir nochmal nach Dänemark fahren würden? Vermutlich nicht! Ich hab´eine Ahnung davon, warum einige so davon schwärmen. Wenn man mit Kind und Kegel unterwegs ist, ist das sicher super. Überall tolle Kinderspielplätze, super Strände (zumindet wenn man an der richtigen Seite ist) und unglaublich viel zu entdecken, wenn man Museen und Architektur mag. Für uns war es eher semi-optimal. Wir gehen z.B. im Urlaub gerne Essen, weil wir beide keinen gute Köche sind. In Dänemark gibt es eine ausgeprägt Picknick-Kultur, aber außerhalb der größeren Städte eben keine Restaurants. Ohne Kinder aber mit Hund sind Spielplätze oder Freizeitparks nur selten unsere ersten Anlaufstellen. Und: wir hatten tatsächlich irgendwann alles gesehen, was für uns in einem erreichbaren Radius lag. Manche Orte sogar mehrfach…

Trotzdem soll nicht der Eindruck entstehen, was wäre es ein totaler Reinfall gewesen. Das war es nämlich tatsächlich nicht. Und ein paar Dinge sind mir auch als sehr schön in Erinnerung geblieben. Zum Beispiel das nette kleine Restaurant im Hafen von Julesminde, in dem wir gleich mehrfach Essen waren. Oder das leckere Softeis, das wir in verschiedenen Varianten ausprobiert haben. Den unglaublich intensiven Regenbogen nachdem das Gewitter über den Fjord gezogen war. Und die traumhaften Sonnenuntergänge.
Wie gesagt, alles in allem ein wirklich netter Urlaub. Aber für dieses Jahr brauchen wir was anderes. Mal sehen, wo es uns diese Mal hinverschlägt… Frankreich wird es auf jedenfall nicht 😉
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