Tag 3 – Wehlen bis Polenztal (12 km)

Heute morgen scheint die Sonne vom Himmel. Endlich gutes Wanderwetter. Theo und ich sind bereits früh auf den Beinen, denn bevor wir auf unsere heutige Etappe starten, müssen wir noch bei Touristeninfo am Marktplatz vorbei. Hier bekommen wir unseren ersten Stempel. Allerdings darf Theo nicht mit rein – also sitzt er draußen neben meinem Wanderrucksack und wartet. Hoffentlich geht das gut!

Drinnen ist eine ziemlich nette Dame, die volles Verständnis dafür hat, dass Theo als Hund natürlich auch einen Stempel braucht. Außerdem gibt es die erste Postkarte vom Malerweg. Jede Etappe hat eine eigene Sammelkarte, die es kostenlos zum Stempel dazu gibt. Heutiges bzw. gestriges Motiv: Steinbrecher von Robert Sterl. Außerdem ein aufmunternder Spruch – „Nichts ist mühsam, was man willig tut.“ Soll Thomas Jefferson mal gesagt haben. In diesem Sinne – auf geht´s auf die zweite Etappe.

Zunächst geht es ein Stück direkt an der Elbe entlang und wir genießen die Sonne und die schöne Aussicht. Irgendwann müssen wir links den Berg hoch und der hat es in sich. Immer steiler windet sich der Weg empor und wir müssen teilweise richtig klettern. Theo macht das super. Sucht sich den für ihn besten Weg und wartet brav, bis sein langsames Frauchen auch entlich oben angekommen ist. Unsere erste Pause machen wir heute am „Steinernen Tisch“. Der heißt so, weil er genau das ist. Ein Tisch mit Sitzgelegenheiten aus Steinen mitten im Wald. Mit uns sitzten unterschiedliche Wandergrüppchen dort und wir kommen schnell ins Gespräch. Darüber, wo wir heute gestartet sind, wo wir heute noch hinwollen und von einer kleinen Gruppe aus dem Spreewald bekomme ich noch Ratschläge und Tipps für das beste Gulasch mit auf den Weg. Wer weiß, wofür das mal gut ist. 😉

Nach ein paar weiteren Kilometern durch den Wald sind wir plötzlich schon an der Bastei. Einem der Highlights des Malerwegs. D.h. es ist nicht nur total schön dort und eine wirklich beeindruckende Landschaft, sondern leider auch total voll. Schnell machen wir das ein oder andere Foto, nur um dann im Eiltempo weiterzulaufen. Hier ist für mich und Theo einfach zu viel los. Auf dem Weg über die vielen Treppen nach unten Treffen wir Kerstin von gestern wieder. Kurz bringen wir uns auf den neuesten Stand, tauschen die Erlebnisse der letzten Stunden aus und wo es für uns heute jeweils noch hingeht und dann sind Theo und ich auch schon wieder runter von der Bastei und schlendern am idyllischen Amselsee entlang. Am dahinterliegenden Bachzulauf machen wir Rast unter einem großen Baum. Puh, wie gut das nach den vielen Höhenmetern tut. Einfach nur sitzen und das lecker Lunchpaket genießen. Hier könnte ich den Rest des Tages bleiben, aber das geht natürlich nicht. Wir haben noch ein paar Kilometer bis zum heutigen Tageziel vor uns. Also schultern wir wieder unseren Rucksack und klettern den Amselfall empor. Und klettern ist dieses Mal der richtige Ausdruck. Steil, wie in einem Treppenhaus geht es Meter um Meter nach oben. Theo muss ich die meiste Strecke tragen, denn die Stufen kann er mit seinen kurzen Beinen nicht laufen. Ganz schön anstrengend und ich bin froh, als wir endlich auf dem Hochplateau in Ratenau ankommen. Von hier aus geht es jetzt „nur noch“ über Feld- und Waldwege ziemlich entspannt weiter.

Die Pause ist das Beste am Wandern!

Gedanklich wandere ich auch schon den ganzen Tag auf unserer Harz-Tour herum. Ich vergleiche die Strecken miteinander, erinnere mich plötzlich wieder ganz genau an die einzelnen Abschnitte von damals. Was besser ist? Das kann ich nicht sagen. Dafür sind die Strecken zu unterschiedlich. In meiner Erinnerung ging es im Harz nicht ganz so viel rauf und runter – aber das war ja schon vor 2 Jahren und die Erinnerung könnte evtl. getrübt sein.

Gegen 14 Uhr kommen Theo und ich im Polenztal unterhalb von Hohenstein an. Hier steht ein Gasthaus und ein Wohnhaus an der Polenz und sonst nix. Um uns rum sind hohe dichtbewachsene Wälder und ich ahne, dass ab dem frühen Abend keine Sonne mehr hier ins Tal scheint. Der Weg hierher hat Kraft gekostet und daher verbringen wir den Nachmittag mit ausruhen und schlafen.

Bei einem leckeren und sehr defigen Abendessen, bin ich froh, dass wir heute nicht mehr, wie Kerstin und Heike, bis nach Hohenstein rauf mussten. Das hätte ich nicht mehr gepackt. Dafür geht es dann gelich morgen früh als erstes ordentlich hoch, aber das ist ja erst morgen. Um erhlich zu sein, der morgige Tag macht mir ein wenig Bauchweh. Nein, nicht wegen dem Aufstieg nach Hohenstein, das schaffen wir schon irgendwie. Aber es soll morgen richtig heiß werden und auf uns warten knackige 18 Kilometer.

Erkenntnis des Tages: Vergleiche nicht immer alles miteinander, sondern genieße das hier uns jetzt.

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