Wieso ich schon wieder in der Bretagne Urlaub mache, obwohl ich nie nach Frankreich wollte?!

In der 7. Klasse hatte ich ein Jahr lang verpflichtend Französisch. Eigentich wollte ich noch ein zweites Französisch-Jahr dranhängen, aber draus wurde nix. Die Lehrerin brach sich während der Herbstfereien sehr kompliziert ihr Bein und statt einer Vertretung bekamen wir Englisch-Unterricht. Warum auch immer?

Mir war es egal. Ich konnte mit der Sprache eh nicht viel anfangen (wie übrigens mit fast allen Fremdsprachen). Während meine Freundinnen vom tollen franzöischen Klang der Wörter schwärmten und jedem Wortfetzelchen in Liedern oder Flimen hinterherseufzten, fand ich es schon immer komisch, dass die Franzosen zwar Buchstaben hinschreiben, diese dann aber nicht mitsprechen.

Wie gesagt, Franzöisch war nicht so mein Ding und von dem bischen Schulfranzösisch ist so gut wie nix hängen geblieben. Dementsprechend hielt sich meine Begeistung auch in Grenzen, als mein Mann – der übrigens früher Französisch-Leistungskurs hatte – mir vor 3 Jahren eröffnete, er wollte gerne mal Urlaub in Frankreich machen. Und zwar in der Bretagne.

Aha, sagte ich. Und was ist da so? Gibt es dort etwas bestimmtes, was du dir ansehen willst? Oder kennst du eine interessante Stadt oder Sehenswürdigkeit, die wir besuchen sollen?

Nee, nix. Ich war da ja auch noch nie. Aber wird bestimmt toll!

Da ich mich in der Regel um die konkrete Urlaubsplanung kümmere, hab ich mir erstmal ein paar Reiseführer über die Bretagne besorgt und mich eingelesen. Zusätzlich natürlich noch die Krimis über Inspector Dupin, der in der Bretagne ermittelt. Schließlich will ich wissen, auf was ich mich da in Frankreich einlasse.

Schnell wurde mir klar: Die Bretonen sind keine Franzosen und wenn wir irgendwo in der Bretagne dringend hin müssen, dann ins Finistere. Dem Departement ganz im Westen der Bretagne, dem Ende der Welt. Vor allem die Nordküste schien mit ihren schroffen und felsigen Abschnitten landschaftlich vielversprechend zu sein. Per AirBnB fanden wir ein kleines Ferienhaus mit super Blick von der Dachterrasse aufs Meer und machten uns nur wenige Wochen später auf den Weg nach Locquirec.

Was soll ich euch sagen? Es war super. Gut, ich verstand kaum ein Wort und war sicherheitshalber mit einem Bilderwörterbuch unterwegs, nicht dass ich ausversehen im Restaurant etwas bestellte, was ich nicht mochte. Aber der Urlaub war grandios. Die Landschaft erinnerte mich ein bißchen an Cornwall, nur dass es etwas wärmer war. Bizarre Felsformationen, lange Sandstrände und malerische kleine Küstenorte, dazu dieses besondere Licht der bretonischen Sonne – all das begleitet uns jeden Tag. Es war herrlich und hat mich wirklich begeistert.

Auf der Rückfahrt fragte mein Mann vorsichtig: Sag mal, könntest du dir nochmal einen Urlaub in Frankreich vorstellen? Ich würde so gerne mal die Landungsstrände in der Normandie sehen und mich mit der Geschichte dort beschäftigen.

Ich konnte. Also ging es im Jahr darauf in die Normandie. Das war auch schön. Für mich nicht ganz so schön, wie die Bretagne, aber es hatte auch was, auf den Spuren unserer Geschichte unterwegs zu sein. Einzig und allein die franzsöische Schlafkultur mit nur einer Bettdecke für ein Doppelbett ging mir nach dem zweiten Urlaub in Frankreich so sehr auf die Nerven, dass ich für mich eingentlich beschlossen hatte: Jetzt müssen wir aber auch mal wieder woanders in Urlaub hin.

Nur dann kam nochmal die Bretagne ins Spiel. Wir waren ja noch gar nicht an der Südküste des Finistere. Und da soll es doch schon eher wie Richtung Mittelmeer sein. Also fackelten wir wenige Wochen nach unserem Normandieurlaub nicht lange und buchten ein Ferienhaus an der bretonischen Reviera in Sainte Marine.

Vor ein paar Wochen war es nun soweit. Wir genossen zwei wunderbar warme und sonnige Wochen in unserem kleinen Häuschen mit dem angrenzenden Garten. Tagsüber erkundeten wir die Gegend, besuchten größere und kleinere Städte oder spazierten an der Küste entlang. Abends gingen wir zum Essen in eines der Restaurants am Hafen und ließen es uns gut gehen.

Ganz in der Nähe unserer Unterkunft gab es ein Strandabschnitt, an den wir sogar unseren Hund mitnehmen konnten. Das ist ja sonst an den Stränden der Bretagne eher schwierig. Aber dort konnten wir mit ihm die Antlantikwellen ausprobieren, was wir ausgiebig taten. (Ob es ihm gefallen hat, wird er euch sicherlich bald selber erzählen. 😉 )

Das war jetzt für mich das dritte Jahr in Folge ein Urlaub in Frankreich. Verrückt – wo ich da doch niemals hinwollte. Obwohl – die Bretonen sind ja keine Franzosen. Von daher zählt das ja nicht richtig. Aber nächstes Jahr, fahren wir jetzt wirklich mal woanders hin 😉

Eine Antwort auf „Wieso ich schon wieder in der Bretagne Urlaub mache, obwohl ich nie nach Frankreich wollte?!

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  1. Oh, herrlich! Mir ging es ähnlich mit Französisch in der Schule, Frankreich und der Bretagne! Es ist so wunderschön dort. In die Region Finistere haben wir bisher nur Tagesausflüge von Concarneau aus gemacht und wir waren vom „Ende der Welt“ ebenso begeistert. Ich denke, dort hin wird es vielleicht das nächste Mal gehen. Bin gespannt, ob es euch tatsächlich nächstes Jahr woanders hin verschlägt oder doch wieder in die Bretagne?! 😉 Liebe Grüße von Andrea

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